IT - Technik
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Holger Teege
staatl. gepr. Techniker
Der Prozessor
ist das Herz eines Computers, er führt Programme aus und
verarbeitet die Daten.
Der Prozessor ist aber auch das meist überschätzte Bauteil.
Eine hohe Prozessorleistung macht sich auf dem Papier zwar gut,
spüren wird man davon bei Standardanwendungen aber meist rein
gar nichts.
Zudem muss man eine Mehrleistung von 10% in der Oberklasse
mit mindestens 30% Mehrpreis bezahlen.
Gerne werden PCs mit teuren Prozessoren und billiger Hardware
verkauft. Der teure Prozessor verbringt dann die meiste Zeit
seines Daseins damit, auf den Rest des PCs zu warten.
Der Flaschenhals eines modernen Rechners sitzt ganz woanders:
Die Festplatte hat einen wesentlich größeren Einfluss auf die
Gesamtleistung. Hier kann man viel Geld sparen, wenn man sich
nicht durch Prospektangaben blenden lässt.
Durch Einsatz einer guten SSD (siehe Festplatten) kann man den
Systemstart und die gefühlte Gesamtleistung außerdem so radikal
beschleunigen, wie es mit einem Prozessor nicht möglich ist. Und
das zu einem günstigen Preis.
Die Festplatte
speichert Programme und Daten, sie ist eines der wichtigsten
Bauteile eines Computers.
Kaufen Sie ein System aber nicht nur aufgrund einer großen
Festplatte. Wichtig ist ein hoher Datendurchsatz. Die Zugriffszeit
oder die Drehzahl, die häufig angegeben werden, sagen wenig über
die Qualität aus.
Die Unterschiede zwischen einer langsamen und einer schnellen
Festplatte sind recht drastisch.
Schaut man sich Discount-Rechner an, so ist es immer wieder
erstaunlich zu sehen, wie sehr eine billige Festplatte einen
Prozessor ausbremsen kann.
Es gibt 3 verschiedene Arten von Festplatten:
1. Herkömmliche mechanische Festplatten
Hier werden die Daten mit Schreib-/Leseköpfen auf eine rotierende
Platte geschrieben.
Vorteil: preiswert, viel Speicherplatz
Nachteil: langsam, erschütterungsempfindlich, anfällig gegen
Alterung/Beschädung der Oberflächen.
2. Solid State Disks, kurz SSDs genannt
haben keine mechanischen Teile, sondern speichern die Daten
permanent in Halbleitern. Also recht ähnlich einem USB-Stick, aber
wesentlich schneller.
SSDs sind die Zauberformel, wenn es um die Beschleunigung
eines PCs geht. Die Zeit für den Systemstart reduziert sich auf ca.
ein Viertel, alle Programme starten und reagieren sehr viel schneller.
Der gefühlte Leistungsgewinn ist enorm.
Wichtig ist bei allen Festplatten: Sichern Sie Ihre Daten
regelmäßig. Ein Totalausfall der Platte ist zwar selten, aber dann
st nichts mehr lesbar und kann nur mit extrem hohen Kosten
wieder hergestellt werden (wenn überhaupt).
Das Mainboard
stellt die Verbindungen vom Prozessor zu Arbeitsspeicher,
Festplatte, Grafikkarte und anderen Komponenten her.
Wichtig ist ein hoher Datendurchsatz, Kompatibilität und Stabilität.
Durch den hohen Preisdruck kommen leider immer mehr
Mainboards auf den Markt, die diese Ansprüche nicht erfüllen.
Ein Nobel-Mainboard für mehrere Hundert Euro muss es aber
auch nicht sein.
Wichtig sind auch eine ausreichende Zahl von USB-Anschlüssen
und ein Steckplatz für eine Grafikkarte (falls man später aufrüsten
möchte).
Das Netzteil
ist ein sehr unterschätztes Bauteil.
Billig-Netzteile (auch gerne China-Böller genannt, da sie sich oft
mit einen lauten Knall verabschieden) sind laut und fressen
teure Energie.
Ein hochwertiges Netzteil ist langlebig, verbraucht nur max. 1
Watt im Standby und hat eine Energieeffizienz von über 80%.
Das wird auch von der EU so gefordert, leider mit einer
Ausnahmeregelung für Lagerbestände. Das scheint ein
beliebtes Schlupfloch zu sein.
Für den Verbraucher rentiert sich ein solches Netzteil durch den
geringeren Stromverbrauch aber recht schnell.
Wirklich wichtig, weil nervenschonend, ist auch ein großer und
dadurch langsam und leise rotierender Lüfter.
Der Arbeitsspeicher
ist das Kurzzeitgedächtnis eines Computers.
Bei der Auswahl ist zuerst der Hersteller wichtig. Kaufen Sie nur
Speicher von Marken, die Chips auch selber herstellen. Ein
Markenhersteller achtet auf seinen guten Ruf und setzt nur
geprüfte Chips ein. Die Chips die durch die Herstellerkontrollen
fallen, aber noch irgendwie funktionieren, landen auf den
Speichermodulen von Billigmarken.
Die Geschwindigkeit ist natürlich auch wichtig, sollte
aber nicht überbewertet werden. Hochgezüchtete Chips machen
mehr Probleme im Betrieb als der tatsächliche Nutzen wert ist.
Die Grafikkarte
verarbeitet die Daten, die auf dem Monitor dargestellt werden
sollen.
Bei der Wahl ist der Anwendungsbereich entscheidend: Je mehr
Leistung gewünscht ist, desto höher sind die Kosten und desto
mehr Wärme muss aus dem Gerät transportiert werden.
Der Durchschnitts-Nutzer mit den üblichen Büroanwendungen
legt Wert auf gute Bildqualität und leisen Betrieb. Meist reicht hier
eine
preiswerte On-Board-Lösung (also ein Grafikchip auf dem
Mainboard) vollkommen aus. Bei Bedarf kann eine Grafikkarte
immer noch nachgerüstet werden.
Ganz anders der Spieler, ihm kommt es auf eine möglichst
brachiale Grafikleistung an, hier ist eine Grafikkarte zwingend
notwendig.
Als Mischlösung gibt es auch Grafikkarten mit recht leisen
temperaturgesteuerten Lüftern im mittleren bis oberen
Leistungsbereich.
Das DVD-Laufwerk
auch heute, im Zeitalter der USB-Sticks und externen Festplatten
kommt man um ein DVD-Laufwerk nicht herum.
Meist um Programme zu installieren oder eine DVD zu brennen.
Die Zeiten der +R und -R Unterschiede sind vorbei, heute können
DVD-Brenner beide Formate lesen und schreiben.
Bei der Auswahl kommt es also mehr auf praktische Unterschiede
an: Brennqualität, leiser Betrieb und eine gute Fehlerkorrektur
(damit nicht jedes Staubkorn zum Lesefehler führt).
Alternativ gibt es DVD-Brenner, die auch BluRays lesen oder
auch schreiben können. Wenn Sie den PC auch als Home-
Cinema-System nutzen wollen, sicher interessant.
Wissenswertes über PC-Komponenten